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Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
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Ernst Freiherr von Poellnitz

Familie Douglass und Poellnitz vor dem Schlösschen Babenwohl, o. J.  47

Familie Douglass und Poellnitz vor dem Schlösschen Babenwohl, o. J.  47

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Ernst Freiherr von Poellnitz

Schlossbesitzer, Privatier und Kunstförderer
1813 – 1900

Ernst Freiherr von Poellnitz stammte aus einem alten Adelsgeschlecht und wurde in Bayreuth geboren. Er war Kammerherr bei König Ludwig I. von Bayern und Adjutant bei Herzog Albert von Sachsen-Coburg-Gotha (Prinzgemahl Königin Viktorias).

1842 erwarb er das Schloss Riedenburg in Bregenz. Dieses bewohnte er mit seiner jungen Frau Isabella, geb. Forbes, die aus schottischem Adel stammte, bis er es an die Schwestern des Ordens „Sacré Coeur“ weiter verkaufte. Das nahe gelegene Schlösschen Babenwohl, das sich damals in ruinösem Zustand befand, erwählte er 1854 zu seinem neuen Ansitz und baute es nach seinem Geschmack um. Von dort aus führte er das Leben eines „Patriarchen“, wie seine Enkelin, die Dichterin Grete Gulbransson, in ihrem Roman „Geliebte Schatten“ ironisch schildert. Sie nannte ihn „den Freiherrn mit dem Blick für altes Gemäuer“. Heute ist der Ansitz Babenwohl ein Teil der Vorarlberger Landesbibliothek.

Poellnitz gehörte 1861 zu den Mitbegründern der Evangelischen Gemeinde Vorarlberg und war deren erster Kurator. In Babenwohl fand am 29. Dezember 1861 die Gründungsversammlung der „Evangelischen Gemeinde Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses Vorarlberg“ statt. Bereits 1857 war er Gründungsmitglied des Vorarlberger Museumsvereines und baute dessen kunsthistorische Sammlung auf. In öffentlichen Vorträgen über heimische Maler mühte er sich in weiten Kreisen um Verständnis für Kunst.

Ernst Freiherr von Poellnitz, 1867, von Anton Boch d. Ä. (1818–1884), Gemälde, Öl auf Leinwand  45

Ernst Freiherr von Poellnitz, 1867, von Anton Boch d. Ä. (1818–1884), Gemälde, Öl auf Leinwand  45

Innenraum von Schloß Babenwohl, Zeichnung Freiherr von Poellnitz, um 1860  46

Innenraum von Schloß Babenwohl, Zeichnung Freiherr von Poellnitz, um 1860  46