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Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
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Otto Bartning

Otto Bartning mit Modell der Gustav-Adolf-Kirche, 1932  7

Otto Bartning mit Modell der Gustav-Adolf-Kirche, 1932  7

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Otto Bartning

Architekt und Architekturtheoretiker
1883 – 1959

Otto Bartning wurde als Sohn eines Kaufmannes in Karlsruhe geboren und begann sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Nach einer anderthalbjährigen Weltreise setzte er sein Studium in Berlin fort. Gleichzeitig war er ab Ende 1905 bereits freischaffender Architekt. Ab 1912 war er Werkbundmitglied. Zusammen mit Walter Gropius entwickelte er 1918 die Bauhaus-Idee und formulierte mit ihm gemeinsam das Programm. 

Noch als Student baute er 1906 seine erste Kirche, die evangelische Friedenskirche in Peggau in der Steiermark. Dieser folgten bis zum Ersten Weltkrieg siebzehn weitere evangelische Kirchen in den überwiegend katholischen Donauländern. Mit seinem Buch „Vom neuen Kirchenbau“ (1919) hat Bartning die protestantische Kirchenbauarchitektur maßgeblich geprägt. 1924 wurde ihm die Würde eines theologischen Ehrendoktors verliehen.

Zusammen mit dem Pfarrer der evangelischen Gemeinde Bregenz, Helmuth Pommer, entstand 1909 in Schenkenhan (heute Tschechien) eine Rundkirche, die 1930/31 zum Vorbild für die Heilandskirche in Dornbirn wurde. Anfang der 1940er Jahre wurde der Innenraum der Kreuzkirche in Bregenz nach Plänen von Bartning und unter Mitwirkung von Pfarrer Pommer umgestaltet. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bartning mit dem Kirchenbauprogramm „Notkirchen“ der Evangelischen Kirche in Deutschland bekannt. Durch die Zerstörung vieler Kirchen und den Zuzug von Flüchtlingen war ein Mangel an Kirchenräumen entstanden, den Bartning mit drei einfach zu errichtenden Typenbauten zu beheben versuchte. Die meisten dieser 43 Notkirchen stehen inzwischen unter Denkmalschutz. 
Otto Bartning starb 1959 und wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt bestattet.

Nordseite der evangelischen Heilandskirche in Dornbirn, 2014  8

Nordseite der evangelischen Heilandskirche in Dornbirn, 2014  8

Johanneskirche Wuppertal, eine sogenannte Notkirche, 2007  9

Johanneskirche Wuppertal, eine sogenannte Notkirche, 2007  9