Hier stehe ich...
Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
14_Matt_Index.jpg

Lucius (Lutz) Matt

Ansicht von Bludenz, Stich von Matthäus Merian, ca. 1650  40

Ansicht von Bludenz, Stich von Matthäus Merian, ca. 1650  40

14

Lucius (Lutz) Matt

„vom lutherischen Geiste befallen“
ca. 1490 – 1530

Als Sohn einer angesehenen Familie wurde Lucius Matt 1490 in Bludenz geboren. Mit 21 Jahren begann er zunächst in Wien zu studieren, setzte seine Ausbildung dann in Wittenberg fort. Dort lernte er Martin Luther kennen und wurde dessen Schüler. 1520 kehrte er nach Vorarlberg zurück und war als Pfarrer in Dalaas tätig, später als Prediger und Reformator im Tiroler Stift Stams. Vor den Nachstellungen der Innsbrucker Regierung, die ihm vorwarf, mit dem „lutherischen Geiste befallen“ zu sein, floh er 1524 aus dem Kloster und ging in seine Heimatstadt zurück. Dort wirkte er als volkstümlicher Redner mit großem Zulauf. Es gelang ihm, viele Menschen „guet lutterisch“ zu beeinflussen.

Diese Entwicklung veranlasste die Regierung in Innsbruck dazu, konsequent einzugreifen. Sie ließ Lucius Matt und den ebenfalls lutherisch predigenden Kaplan des Klosters St. Peter – Thomas Gassner – verhaften und in den Bludenzer Schlossturm sperren. Die Bürgerschaft stellte sich jedoch hinter die beiden Männer und drohte mit einem Aufstand. So wurden die Inhaftierten gegen den Willen des Vogtes Merk Sittich aus dem Gefängnis befreit und auf freien Fuß gesetzt.

Anfang 1525 verwies man beide Prediger des Landes. Matt wurde in Zürich als Glaubensflüchtling aufgenommen und schloss sich dem Schweizer Reformator Ulrich Zwingli an. Er war noch an verschiedenen Orten in der Schweiz als Pfarrer im Sinne der Reformation tätig und starb 1530 in Altstätten.

Alte Burg von Bludenz mit der Pfarrkirche nach einem Gemälde vom Brand der Stadt im Jahre 1638  41

Alte Burg von Bludenz mit der Pfarrkirche nach einem Gemälde vom Brand der Stadt im Jahre 1638  41