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Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
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Johannes Dölsch

Stadtansicht Feldkirch aus Sebastian Münsters Kosmosgraphie (ca. 1550), kolorierter Holzschnitt  18

Stadtansicht Feldkirch aus Sebastian Münsters Kosmosgraphie (ca. 1550), kolorierter Holzschnitt  18

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Johannes Dölsch

„Doctor Feldkirch“
ca. 1486 – 1523

Johannes Dölsch gehörte neben dem Theologen Bartholomäus Bernhardi, dessen Bruder Johannes Bernhardi und dem Metaphysiker Jodok Mörlin zu den bekanntesten der fast 50 Studenten aus der Region Feldkirch, die nach Wittenberg gingen. Ursprünglich hatte Dölsch seine akademische Laufbahn in Heidelberg begonnen, Bernhardi überredete ihn aber, zu ihm nach Wittenberg zu kommen. 1507 kehrte er für kurze Zeit nach Feldkirch zurück und wurde in Chur zum Priester geweiht. Noch im selben Jahr wurde er Stiftsherr an der Schlosskirche zu Wittenberg. Er genoss als Professor hohes Ansehen und wurde wiederholt zum Dekan der philosophischen und theologischen Fakultät gewählt. 1516 wurde er Rektor der Universität Wittenberg.

Schließlich schloss er sich – nach einigem Zögern und in der Folge immer wieder auch im kritischen Diskurs mit Martin Luther – der Reformation an und wurde 1520 mit Luther gemeinsam in der Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ von Papst Leo X. genannt. Schon zuvor stand sein Name mit denen weiterer Vorarlberger Theologen auf dem Index der verbotenen Autoren. Bei seinem Tod 1523 hinterließ Dölsch eine Ehefrau.

Stadtansicht Wittenberg, 1536  19

Stadtansicht Wittenberg, 1536  19