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Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
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August Wilhelm Grube

Porträt August Wilhelm Grube, 1863  28

Porträt August Wilhelm Grube, 1863  28

Erinnerungstafel an der Hauswand des Ansitzes  30

Erinnerungstafel an der Hauswand des Ansitzes  30

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August Wilhelm Grube

Pädagoge, Schriftsteller
1816 – 1884

Grube stammt aus Sachsen-Anhalt und hatte ein ausgeprägtes Erziehertalent. Nach dem Studium der Pädagogik war er für kurze Zeit als Volksschullehrer tätig. Da er aber gesundheitlich nicht sehr robust war, wurde er Hauslehrer. Er arbeitete als Privaterzieher bei verschiedenen adeligen Familien und kam schließlich 1848 nach Hard. Sein Arbeitgeber war der aufstrebende Schweizer Fabriksbesitzer Melchior Jenny, der für seine Kinder, vor allem für den einzigen Sohn Samuel, einen Pädagogen mit ausgezeichnetem Ruf engagieren wollte. Grube war bereits damals als Pädagoge im gesamten deutschen Sprachraum bekannt.

Grubes Erstlingswerk „Leitfaden für das Rechnen in der Elementarschule“ machte ihn weithin bekannt. In seinen pädagogischen Schriften legte er Wert auf eine „gleichmäßige Bildung von Kopf und Herz“. Von den Einkünften seiner über sechzig Bücher, darunter auch Reiseliteratur, konnte er einen bescheiden-gehobenen Lebensstil pflegen. Zunehmend litt er an Schwerhörigkeit, weshalb er seinen Posten in Hard aufgab und im Ansitz Schedler in Bregenz-Thalbach bis zu seinem Lebensende eine Wohnung fand. Dort arbeitete er unermüdlich als freier Schriftsteller. Aus dem Haus ging er angeblich selten und wenn, dann mit einem großen Hörrohr um den Hals. Krank und völlig taub starb er 1884 mit 68 Jahren. Er wurde auf dem evangelischen Friedhof in Bregenz bestattet. Auf seinem Grab steht ein schwarzer Marmorobelisk, den man zu seinen Ehren errichtet hat. Im Testament bedachte er neben seiner Heimatstadt unter anderem auch die Stadt Bregenz, die Evangelische Pfarrgemeinde und den Vorarlberger Museumsverein mit großzügigen Legaten.

Ansitz Schedler in Bregenz-Thalbach, 2012  29

Ansitz Schedler in Bregenz-Thalbach, 2012  29