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Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
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Emma Babuska

Heiratsanzeige von Jaroslav Babuska und Emma Brüllmann, 1906  4

Heiratsanzeige von Jaroslav Babuska und Emma Brüllmann, 1906  4

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Emma Babuska

Armenmutter
1879 – 1967

Emma Babuskas Vater, Jakob J. Brüllmann, war Schweizer und um die Jahrhundertwende Fabriksleiter der Firma Julius Maggi in Bregenz. Hier heiratete Emma 1906 den aus Prag stammenden Jaroslav Babuska, der ebenfalls in leitender Funktion bei Maggi tätig war. Das Paar hatte drei Söhne, von denen einer bereits als Kleinkind starb. Wenige Jahre nach dem Tod ihres Gatten (1924) verlor Emma Babuska auch noch ihren Sohn Walter, der 1932 mit nur 21 Jahren auf der Braunarlspitze im Bregenzerwald verunglückte. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Schicksalsschläge begann sich Emma Babuska Ende der 1920er Jahre, um hilfsbedürftige Mitglieder der Evangelischen Pfarrgemeinde zu kümmern. Auch während des Zweiten Weltkriegs und besonders in der Nachkriegszeit war sie unermüdlich bemüht, Kranken, Armen, Hilfsbedürftigen, Flüchtlingen und Kriegsheimkehrern beizustehen und sie mit Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden, die aus der Schweiz und Amerika kamen, zu versorgen. Große Textilunternehmen, wie Benger, Sannwald, Schindler oder Fussenegger, unterstützten sie dabei. Die Kollekten, die bei Gottesdiensten eingenommen wurden, wurden von ihr verwaltet.

Als ehrenamtliche Gemeindehelferin und Fürsorgerin wurde sie in Bregenz die „Armenmutter“ genannt. 

1948 wurde das Frauenstimmrecht in der Evangelischen Kirche eingeführt. Emma Babuska wurde als erste Frau in Österreich ins Presbyterium, dem Leitungsgremium der Evangelischen Pfarrgemeinde, gewählt. Als Vorsitzende des Frauenvereines übte sie ihre diakonische Tätigkeit bis 1964 aus. Nach längerer Krankheit verstarb sie 1967 mit 88 Jahren und wurde auf dem evangelischen Friedhof in Bregenz beigesetzt.

Evangelische Kirche Bregenz, um 1900  5

Evangelische Kirche Bregenz, um 1900  5

Luftbild des Maggi Areals, 1961  6

Luftbild des Maggi Areals, 1961  6