Hier stehe ich...
Eine Intervention mit 19 evangelischen Persönlichkeiten aus Vorarlberg
15_Meissner_Index.jpg

Alfred von Meißner

Zeitungsausschnitt mit einem Porträt von Alfred Meißner, 1863  42

Zeitungsausschnitt mit einem Porträt von Alfred Meißner, 1863  42

Meißner ließ die unter einem Anbau beginnende und ins Tal hinunter Richtung Pfarrkirche St. Gallus führende Stiege anlegen, die als „Meißner-Stiege“ an ihn erinnert.  43

Meißner ließ die unter einem Anbau beginnende und ins Tal hinunter Richtung Pfarrkirche St. Gallus führende Stiege anlegen, die als „Meißner-Stiege“ an ihn erinnert.  43

15

Alfred von Meißner

Arzt und Schriftsteller
1822 – 1885

Alfred von Meißner wurde in Teplitz (Böhmen) als Sohn eines Arztes geboren. Seine Mutter stammte aus Schottland. Im Haus seiner liberal gesinnten Eltern wurde sein Interesse für Literatur geweckt. Dem Wunsch seines Vaters entsprechend studierte er Medizin, übte den Beruf aber nur für kurze Zeit aus. Seine Leidenschaft galt der Literatur. In Prag freundete er sich mit liberalen, gegen die restaurative Politik Metternichs opponierenden Autoren an und wurde Mitglied der Publizisten- und Dichtergruppe „Das junge Böhmen“.

Von der österreichischen Zensur und Polizei verfolgt, ging er 1846 nach Leipzig und Paris. 1848 wurde Alfred von Meißner beauftragt, als böhmischer Vertreter an der Frankfurter Nationalversammlung, der ersten frei gewählten Volksvertretung im deutschsprachigen Raum, teilzunehmen. Meißners Lyrik, Romane und Novellen waren sehr beliebt und weit verbreitet. Er wurde von König Ludwig II. von Bayern geadelt.

Nach einem Wanderleben, das ihn nach Dresden, Köln, Paris, Brüssel und London geführt hatte, wurde Alfred von Meißner schießlich 1869 in Bregenz sesshaft. Er erwarb den Ansitz Anderhalden in der Bregenzer Oberstadt. Im selben Jahr heiratete der 47-jährige Dichter die 16-jährige Majorstochter Marie Begg von Albansberg, die mit nur 24 Jahren an einem Lungenleiden verstarb.

Überschattet waren viele Jahre seines Lebens durch eine fragwürdige literarische Partnerschaft mit Franz Hedrich. Der erfolglose Schriftsteller bezichtigte Meißner, dass Teile seines Werkes von ihm stammten,  und erpresste ihn damit. 1885 nahm sich Alfred von Meißner das Leben. Nach Bekanntwerden der tragischen Geschichte wurde sie zu einem vieldiskutierten Thema der damaligen Literaturszene.

In Bregenz erinnert die Meißner-Stiege, die von der Oberstadt zum Thalbach hinabführt, an den Dichter.

Ansitz Anderhalden in der Bregenzer Oberstadt, o. J.  44

Ansitz Anderhalden in der Bregenzer Oberstadt, o. J.  44